Zu den Liedern
der Dammer Carnevalsgesellschaft von 1614 e.V.

Die Geschichte der Lieder der Dammer Carnevalsgesellschaft von 1614 ist bemerkenswert lang und – wie an späterer Stelle nachzulesen ist – auch sehr stark von den Zeitumständen geprägt, in denen die jeweiligen Texte und Melodien entstanden oder – wie vor allem bei den Melodien häufig – übernommen wurden.

Lange Jahre sind diese Lieder nur live gespielt und gesungen worden. Erst sehr spät erschien eine erste CD mit dem einleuchtenden Titel „Helau Fastaubend“, die der unvergessene Eckhardt Raska 1994 produzieren ließ. Sie ist noch als CD (10 EUR) oder als MC (6 EUR) im Stadtmuseum erhältlich.

Zusätzlich verdanken wir Eckhardt Raska, dass er für die bekanntesten Dammer Carnevalslieder 1995 erstmals Notensätze für verschiedene Instrumente verfasst hat, was insbesondere auswärtigen Musikgruppen, die während der Umzüge spielen, zugute kommt. Diese Notensätze sind nach wie vor im Musikhaus Raska an der Bahnhofstraße käuflich zu erwerben.

Schon zwei Jahre später – 1997 – ließ Günter Vormoor, ebenso wie Eckhardt Raska ein bewährter und geübter Hofmusikus im Dammer Carneval, mit einer Gesangsgruppe eine weitere CD einspielen, die den Titel „So klingt’s von überall“ trägt. Sie war innerhalb kürzester Zeit vergriffen.

In der Folgezeit formierte sich im Rahmen der vielen Aktivitäten der Dammer Carnevalsgesellschaft auf maßgebliche Initiative von Eckhardt Raska das >> "Dammer Narrenblech, dessen Stabführung nach dem Tod von Eckhardt Raska der bewährte musikalische Leiter Johannes Tabor übernahm. 2005 produzierte das Narrenblech die dritte CD mit einem anderen Konzept, das die häufigsten Stimmungslieder aus dem Dammer und sonstigen Carnevalsgeschehen aufgriff. Diese CD ist unter dem Titel „Stimmung Dammensia“ (9,95 EUR) im Stadtmuseum Damme erhältlich.



Lieder

>> Lied Nr. 1 oder: Es tönet Bellenklingen
>> Prinzenlied oder: Es braust ein Ruf wie Donnerhall
>> In Damme ist heut’ Carneval
>> Dammer Lied oder: Wir, das alte Volk von Damme
>> Kerls, seid fidel
>> Damme, du bist wunderschön oder: Wir sind aus gutem Holz
>> Einmal ist keinmal
>> Am liebsten beides
>> Helau! Helau!
>> Muck und Trina
>> Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien

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Die bekanntesten und beliebtesten Lieder der Dammer Carnevals-
gesellschaft von 1614:
Wie sie wurden, was sie sind.

Wer ist die Nummer eins?
Das berühmte „Lied Nr. 1", das da alljährlich den unmissverständlichen Auftakt aller närrischen Aktivitäten im Dammer Raum mit dem Ruf „Es tönet Bellenklingen" verkündet, steht seit vielen Jahrzehnten am Beginn jeder Fastnachtssitzung der Dammer Carnevalsgesellschaft von 1614. Das hat natürlich seinen tieferen Grund, weil es doch einerseits zu den ältesten gehört, die wir kennen, und weil es andererseits so viele programmatisch-närrische „Weisheiten" enthält, wie es kaum zu fassen ist.
Schon die letzten zwei Zeilen der Schluss-Strophe machen das sonnenklar, denn da heißt es ohne Umschweife und einleuchtend:
„Der Unsinn währt länger als alles sogar.
Der letzte Mensch ist schließlich der allerletzte Narr."

Wie könnte man und frau den Nagel besser auf die Narrenkappe treffen?
Wer sich die Mühe macht, die Herkunft des Liedes aufzuspüren, wird feststellen, dass diese beiden Zeilen aus der Feder oder Kehle von August Leiber-Wehberg (1859-1938) geflossen oder ertönt sind und genauso wie die zwei vorhergehenden
„Drum geht das Reich nicht unter, wenn alles zerfällt.
Der Fasching bleibt bestehen bis zum Ende der Welt."

in der „Dammer Fastnachtszeitung“ als Leitspruch um die Jahrhundertwende immer wieder fettgedruckt und in schönster Regelmäßigkeit wie auch im fliegenden Wechsel auftauchten. Und an dieser aufschlussreichen Stelle nehmen wir mal das Protokollbuch der Dammer Carnevalsgesellschaft zur Hand und schlagen die Sütterlin-handgeschriebenen Jahrhundertwendeseiten auf. Was finden wir da?

Neues Liederbuch und anderes Reich
Im Januar 1901 beehrt sich die Dammer Carnevalsgesellschaft anzuzeigen, dass erstmals ein Liederbuch für den „Närrischen Verein" - ebenso wie „Prinz Fasching den Treuen sogleich" - erschienen ist, das alles „Liedgut der Dammer Fastnacht zusammengefaßt hat". Schon 1899 war eine „Commission zur Verfassung geeigneter Lieder" gewählt worden, in der sich neben dem bereits erwähnten August Leiber-Wehberg die renommierten Dammer Herren Joseph Wiegel, Robert vor dem Esche, Fritz Börger und Rudolf Nordhoff zusammenfanden und einen Grundstock schufen, von dem wir heute noch zehren.

Zwar ist damals nach 1½ Jahren nach außen hin immer noch nichts geschehen, doch auf der Generalversammlung 1900 erhält die Sache eine rasante Beförderung, als Robert vor dem Esche wettet, 50 l Bier zu stiften, falls bis zur nächsten Sitzung kein Liederbuch vorläge. Und das klappte dann blitzartig, weil er wohl schon die fertigen Lieder in petto hatte und das Ausgabejahr mit 1900 angegeben ist.
Auch „Kerls, seid fidel" und das durchs ganze deutsche Vaterland donnerhallende Prinzenlied (Prinz Eugen, „der edle Ritter", als Symbol und Melodie der Freiheitskriege lässt grüßen!) befanden sich in der ersten Ausgabe. Wir erkennen sogar im Lied Nr. 1 einen dezenten politischen Hinweis, denn der Fastnachtsprinz „kündet der
Narrheit ein anderes (!) Reich". Da wird Se. Kaiserliche Hoheit seinerzeit wegen der Dammer „Revolutionäre" ganz schön Durchlauchtigsten Bammel gehabt haben, falls dem alten Wilhelm dies je zu Ohren gekommen ist.

Kleine Goethes und Schillers
Einige Lieder, die heute vergessen sind und die mit dem „Taumel wahrer Wonne", mit viel „Elysium", mit jeder Menge „schäumender Pokale" und „des Glückes Zelt" arbeiten, kommen wohl auch aus dieser Zeit vor der Jahrhundertwende, als alle Heimatdichter kleine Goethes oder Schillers sein wollten und vor Pathos nur so überquollen. Sie sind zwar in den Neuauflagen mit schöner Regelmäßigkeit wieder aufgetaucht, wurden aber immer seltener gesungen, weil sie nicht mehr den Nerv der Zeit oder den Umgangston der Narren trafen. Sie trugen so bezeichnende Titel wie „Hurra, hurra!" oder „Hoppediz-Lied".
Das älteste überlieferte Lied, sozusagen die Dammer „Nationalhymne" mit dem umarmenden Titel „Wir, das alte Volk von Damme" ist ursprünglich ein Lied der Schützen gewesen und erscheint den Narren (gewisse Gemeinsamkeiten sind nicht auszuschließen) im Liederbuch des Schützenvereins bereits 1843. Der so trocken klingende „Amtseinnehmer und Gerichtsaktuar" Josef Salen (1809-1873) hat es verfasst, offenbar für alle närrische Ewigkeit. Zwar ist es als echtes Kind seiner Zeit recht deutschtümelnd eingefärbt, doch bedient es in unnachahmlicher Weise das Dammer Wir-Gefühl.

Himmlische Funkenmariechen und irdische Moritaten
Aus dieser ersten im liederlich-musikalischen Sinne produktiven Phase stammt gleichfalls das mitreißende „Kerls, seid fidel", dem man kaum etwas entgegensetzen kann in Zeiten des närrischen Treibens. Es sei denn, der aufmerksame Beobachter bemerkt, dass in dem Liede jede Menge himmlische Funkenmariechen herumspringen, die wirklich „gut drauf sind", denn „da tanzen's und springen's, da lachen's und singen's, da trinken's brav Wein", wozu der „Herrgott" sogar einschenkt. So nach hoch droben betrachtet, müsste es ja gleichermaßen „Girls, seid fidel" heißen - falls Petrus damit einverstanden ist.
Ein bisschen große Weltliteratur hatte schon vor 1900 – offensichtlich nach der Neugründung 1869 – gemäß der volkstümelnden Melodie „Auf de schwäbsche Oisebahne“ in das Liedgut Einzug halten können: die Moritat von „Muck & Trina“. Sie übertrug die dörfliche Variante von „Romeo & Julia“ in drastisch-überspitzter Weise nach Haverbeck, weil dieser Dammer Ortsteil ohnehin eine sagenumwobene Geschichte aufweist. Wem wir diese Shakespeare-Adaption aus dem „Jahr des Heils eintausendsiebzehnhundertsiebzig gar“ textlich zu verdanken haben, bleibt ein himmlisches Geheimnis, denn der Verfasser dürfte dieses und andere Lieder sicher dort droben zur Fünften Himmelszeit immer wieder zum Besten geben.

Ein Liederbuch für 100 Mark
Dass die „fidelen Kerls“ wie auch „Muck & Trina“ schon im Ur-Liederbuch von 1901 auftauchten, ist gewiss, denn das Inhaltsverzeichnis führt sie unter Nr. 5 und Nr. 7. Gleichwohl bildete die Carnevalsgesellschaft bereits 1904 eine „Commission zur Bearbeitung neuer Liederbücher", der nun Fritz Börger, Robert vor dem Esche, Joseph Wiegel, Wilhelm Gillmann und Johannes Vieth angehörten. Ab der dann folgenden zweiten Auflage scheint der Grundbestand des närrisch Dammer Liedguts gefestigt zu sein, so dass sich die dritte Auflage von 1913, die vierte von 1919 und die fünfte von 1923 kaum unterscheiden. Es sei denn, man vergleicht den Preis: Schlappe 25 Pfennige zahlten die Sangesfreudigen 1901, doch zu Beginn des Jahres 1923 mussten sie stolze 100 Mark hinblättern. Wäre die Geldentwertung – wie bekannt – bis ins Folgejahr so weitergegangen, wären zu Carneval 1924 sicher Milliarden für das schmale Büchlein fällig gewesen.
Diese nominelle Werterhöhung lag zwar einerseits an der grassierenden Inflation, aber andererseits daran, dass ab 1922 ein „Zusammenrottungsverbot" bestand, zu deutsch: Es durften 1922-1933 keine Carnevals-Umzüge stattfinden. So waren denn die Liederbücher Raritäten und das Liedgut identitätsstiftender Halt in entbehrungsreicher Zeit. Denn private Fastnachtsfeiern und kostümierte „Hausbälle“ fanden in Damme durchaus statt.

Ein Butke kommt zu Bollmanns
Als die Dammer ab 1934 wieder ihre Fastnacht feiern durften, wurden nicht nur die närrischen Herzen wiederbelebt, sondern auch die Lungen und Stimmbänder. Einige Neuauflagen des Liederbuches - von Anfang bis Schluss gedruckt und erschienen bei Johannes Vieth - schließen sich wie selbstverständlich an. Doch was jeweils an Neuem hinzugefügt wurde, entzieht sich unserer Kenntnis, weil Autoren dort wie auch in den Protokollen der Carnevalsgesellschaft nie Erwähnung finden.
Großen Erfolg hatte auf jeden Fall der bei Bollmanns eingeheiratete und schon allein deshalb unbändige Carnevalist Hubert Butke (Bild 06) mit seinen auf die jeweiligen Prinzen umgedichteten Liedzeilen, wie 1938 mit „Heil, Herrscher Dr. Ueckermann“. Auch seine ebenso sangesfreudigen Söhne Heini, Hubert, Bernhard und Robert spielten danach für die Bewahrung des närrischen Dammer Liedguts eine tragende Rolle.

Zwei Volltreffer eines Zugereisten
In den kriegerischen Zeiten zwischen 1939 und 1949 war den meisten eher nach „Lili Marleen" oder „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh’n" zumute, so dass nichts Neues an der Dammer Liederfront erschien. Doch mit dem ersten Nachkriegs-Carneval und trotz des Weltkriegs zuvor schlug 1949 wie eine Bombe das zweite unserer Lokal- bzw. „National“-Lieder mit dem Titel „In Damme ist heut' Carneval" ein, vermutlich weil es so markant in der ersten Strophe gleich mit „Glücklich ist, wer vergisst" beginnt. Dass ein „Zugereister", Hermann Kloss, für einige Jahre Angestellter des Dammer Amtsgerichts, hier den närrischen Nerv so nachhaltig traf, dass seine Töne und Worte noch heute in aller Dammer Munde sind, hängt wahrscheinlich mit der erquickenden Nähe des seinerzeit dem Amtsgericht schräg gegenüberliegenden „Justizkasinos" zusammen, wo man ein Übermaß an Dammer Atmosphäre schnuppern konnte, so lange es von der Familie Pröbsting bewirtschaftet wurde. Der zweite Volltreffer gelang Hermann Kloss kurz darauf mit dem einprägsamen Schunkelwalzer „Damme, du bist wunderschön". Vor allem die Selbstcharakterisierung „Wir sind aus gutem Holz" lässt jeden Dammer gleich an die närrische Sensibilität denken, die sich ja in dem unvergleichlichen Sprichwort „Holzauge, sei wachsam" klar und deutlich ausdrückt.

Willy Droste - der erste Hofkapellmeister
Die folgenden Fünfziger und Sechziger Jahre hatte das Dammer Liedgut der Küster und Organist von St. Viktor, der „Hofkapellmeister" Willy Droste fest im Griff. Nahezu jedes Jahr entsprang seiner Feder und seinem Piano oder Schifferklavier ein neuer Carnevalsschlager. Da seine Refrainzeile „Helau, helau, heute ist Carneval" von lobenswerter Klarheit ist (wäre da nicht vorher Hermann Kloss gewesen, müsste man sagen: Klar wie Kloßbrühe), hat sie als Drostes bekanntestes Lied bis heute in alter Frische durchgehalten. Vielleicht liegt, wer weiß, das Erfolgsgeheimnis auch in dem so mitfühlenden Vers „Denn einmal nur ist Carneval, ist Carneval im Jahr".

Rudi Bell führt das Oldenburger Recht in die Stimmbänder ein
Nach gewissen Übergangsproblemen schälen sich in den folgenden närrischen Jahren zwei Namen musikalisch heraus, die teils allein, teils zusammen die Lungen und Stimmbänder der Dammer Sitzungsbesucher in Atem hielten: Rudi Bell und Günter Vormoor. Da die Dammer Fastnacht bekanntlich „ein einziger Rausch" (der Hoch-stimmung, versteht sich) ist, lagen die Titel „Einmal ist keinmal" und „Am liebsten beides" geradewegs auf der Zunge.
Bemerkenswert daran: Das Erstgenannte setzt sich besonders heftig für das „Oldenburger Recht" (dreimal!) ein, womit es Rudi Bell gelang, den Blick über den Tellerrand Dammensias hinauszuwerfen und die Verbundenheit zum Oldenburger Münsterland zu bekunden. Auf dass aber dieser Blick nicht gar zu trocken ausfalle, lässt er mit dem Trinklied„Am liebsten beides" gleich den entscheidenden Satz fallen: „...denn das hilft garantiert." Gut getroffen, denn wer lehnt schon eine 100%-ige Garantie ab?

Der Reiz des Günter Vormoor
Die Zahl der Vormoorschen Lieder ist mittlerweile schon Legende, wobei ausgesprochen „reizende" Vorträge zwischendurch für die nötige Würze gesorgt haben, die den närrischen Musiker auszeichnen. Sein Sangesbruder Gerd Nyhuis (mit ihm als „Drechselfix & Dudelix" bis in die 1990er Jahre ein Markenzeichen, hernach mit den Gebrüdern Markus und Stefan von der Heide) wusste bekanntlich durch heftige Körpersprache alle Feinheiten der Liedtexte Günter Vormoors zu unterstreichen. Dem in gewissen Kreisen „Hinterwiese" genannten Vormoor ist naheliegenderweise auch die Initiative zu einer „So klingt’s von überall“-CD zu verdanken, so dass ab 1997 selbst die in Damme traditionell verbreiteten „stummen Sänger" ein Wörtchen und Tönchen mitsingen konnten.

„Ecki Granada“ und ein funkelnagelneues Narrenblech
Seitdem Eckhardt Raska sich in Damme niedergelassen hatte, bezeichnenderweise als Blechblasinstrumentenbaumeister, war er aus dem musikalisch-närrischen Geschehen nicht mehr wegzudenken. Mit „Ecki Granada“ blühte der selbst komponierte Song wieder auf, den er bald mit der ganzen Familie vortrug. Da kam’s denn schon mal vor, dass aus einem „Kuckucksei“ ein schwarz angemalter Sohn Martin Bananen ins Publikum warf. Als Universalmusiker war Eckhardt Raska in allen Situationen, die nach Musik verlangten, einsetzbar. Er war es denn auch, der als erster das Bedürfnis nach einer CD mit traditionellen sowie eigenen Liedern aufgriff. „Helau Fastaubend!“ hieß sie kurz und einleuchtend, als sie 1994 erschien. Die muntere Sängerschar bei dieser Produktion trat folgerichtig in den nächsten Galasitzungen 1995 bei Pröbsting als „Narrenchor““ auf.



Einen ganz neuen Ansatz verfolgte der rührige Allround-Musiker nicht nur mit der CD-Produktion, sondern auch mit der Gründung einer eigenen Musikergruppe, dem „Dammer Narrenblech“, das nur auf den Veranstaltungen der Dammer Carnevalsgesellschaft von 1614 auftrat und ganz zuvörderst deren eigenes Liedgut spielte und pflegte. Zunächst 15 Instrumentalisten wuchsen bald auf die stattliche Größe von fast 30 an, Musiker, die zuvor in verschiedenen Formationen gespielt hatten, jetzt aber nur noch gelegentlich und mit überschaubarem Zeiteinsatz im Carneval auftreten wollten.
Nach dem jähen Tod von „Ecki Granada“ im Sommer 2003 übernahm der erfahrene Musiker Johannes Tabor als „Spielerdirigent“ die Leitung des Ensembles. In jedem der Folgejahre übte das „Narrenblech“ nun für die Galasitzungen ein neues Programm ein. Zusätzliche Aktivitäten folgten, denn 2005 nahm das „Narrenblech“ eine CD unter dem Titel „Stimmung Dammensia“ auf. 14 Stücke finden sich darauf: eine Mischung aus den bekanntesten Dammer Carnevalsliedern, Songs des Kinderchores und einigen Medleys, wie sie zu närrischen Anlässen immer gern gesungen und gespielt werden.

Nu fanget all däi Katteker an tau singen
„Hörnschi“ und „Nucki“ nennen sie viele, doch wenn man sie sieht und hört, denkt man keineswegs an Eichhörnchen. Das ist die hochdeutsche Übertragung für den „Katteker“ (Dammer Platt!), der mittlerweile zum Maskottchen der Tourismusregion Dammer Berge erkoren ist, aber auch der Name, unter dem Frank Hörnschemeyer und Markus Nuxoll seit der Jahrtausendwende bekannte Songs im neuen Gewande präsentieren. Dabei verstehen sie es, die besten Melodien auszuwählen und ihr Publikum mit der besonderen Würze Damme-haltiger Texte zu wahren Begeisterungsstürmen hinzureißen. Und das Schöne ist: Das „Dammer Narrenblech“ nimmt diese „Katteker“-Songs gerne in sein Repertoire auf, so dass sie noch längere Zeit nachwirken. Auf der „Narrenblech“-CD von 2004 sind davon einige sogar für die Ewigkeit festgehalten. Seit 2010 tritt Markus Nuxoll solo auf und traute sich sogar im Jubiläumsjahr 2014 wieder mit großem Erfolg einen neuen Carnevalssong zu schreiben.

Supersänger Willy Enneking am Tempel Moses in Trizonesien

Zu Damme mit seinen vielen närrischen Eigenarten gehört auch ein Mann wie Willy Enneking, der ein unerschöpfliches Repertoire an Liedern und Texten aus dem Stand vorsingen kann. Ihm ist es zu verdanken, dass der Nachkriegs-Song „Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien“ eine Dammer Renaissance erlebte und solcherart auch in die „Narrenblech“-CD Aufnahme fand. Es war wohl der originelle Text und die mitreißende Melodie, die den Zonen-Oldie erneut so beliebt machte. In anderer Weise steht Willy für das mündlich überlieferte Lied vom Tempel Moses, das nur bei speziellen Gelegenheiten ertönt, trotz des weltläufigen Titels nur im Dammer Platt seinen Reiz entfaltet und im Stil einer Litanei als Wechselgesang vorzutragen ist. Die Ursprünge liegen wahrscheinlich im ländlichen Raum Westfalens, wo es prunkvolle Kirchenbauten ironisch banalisierte. Aber das ist unsicher, denn „däi äine säch, datt stimmet, däi ännere säch, datt stimmet nich, däi drüdde säch, datt kummp von Willy. Owwe däi stäit nich in Jerusalem...“

Wolfgang Friemerding



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